Samstag, 12. Juli 2025

Sonnenuntergang Sylt Promenade


Sylt, Promenade vor dem Neuen Kurzentrum im Juli 2025, 23:00 Uhr
Immer wieder supertoll!

Montag, 30. Juni 2025

GRENZEN

Grenzen

Lebenslinien




Gerrit ist schon lange, war jetzt eigentlich wohlgefühlt fast schon immer hier. Dieser Grenzort hatte es ihm angetan, er hatte sich verzaubern lassen durch den sanften Schnitt, den das Land vom Wasser trennt. Nein, nicht trennt. Es gibt Schnitte, die Trennendes entfernen. Getrenntes näher zusammenführen.

Eine Katalyse zweier Gegensätze!

Durch den Schnitt wurde das Land mit dem Wasser vereint, vereinigt. Paradox, doch ist es so! Es ist eine Verbindungslinie, die überschneidet und Orientierung gibt.

Die Grenze zwischen Wasser und Land ist eine Linie, die den Menschen beglückt, eine Linie des Lebens. Der Raum, nah an dieser Linie ist besonderer Lebensraum, ein oft gefährlicher Lebensraum. Diese Grenze ist nicht von Menschen gemacht. 

Grenze ist immer Eigenschaft mehrerer, nämlich der angrenzenden Körperschaften. Ist die Grenze von Menschen gemacht, ist sie vergänglich und klein.

Die Werft ist Gerrits Lebensraum und Lebenstraum. Auf der Werft fühlt er die gegenseitige Anziehung und Beeinflussung von Wasser und Land, des Flüssigen durch das Feste und umgekehrt. Dem Weichen wird Hartes entgegengesetzt. Das Wasser, das Leben gibt. Dem Ungeregelten wird Geregeltes entgegengesetzt. Das Schiff wird im Festen gebaut, läuft dann vom Stapel ins Flüssige, ins Leben.

Beim Menschen ist es allerdings umgekehrt. Die Werft löst die Grenze auf, löst das Feste im Flüssigen.

Wasser ist nicht immer in gleichem Zustand. Freies Wasser ändert sich ständig. Mal warm und mal kalt, flüssig und oftmals fest. Klar und trübe, grau, blau bis grün. Riecht morgens anders als abends. Mal still und leise, mal laut und rau. Wasser kann sehr still sein, aber auch sehr sehr laut!

Es spiegelt den Himmel, die Sonne und die weißen Wolken. Wasser verdoppelt die Schönheit der Welt.

Die Werft überbrückt die Grenze zwischen fest und flüssig, gibt dem Menschen hier die Macht und Gelegenheit, das Fliessende und das Flüssige als Lebensraum in Besitz zu nehmen, zu erobern.

Sonntag, 29. Juni 2025

Auszug aus SHIPYARD

Hallo Welt Gib Acht!


Zwischen Werft und Welt


Weiter voran, durch die glitschigen Wiesen zum Wasser. Ein Weg ist es nicht, eher eine Spur. Selten getreten in dieser verzweifelten Art. Die Büschel stehen schlecht für den Tritt, der Schritt ist nicht rhythmisch, heute nervös und abgelenkt, erreicht aber den Zweck, dem Irrsinn zu
entfliehen.
Einige Büsche bremsen wie Baumstämme. Der beißende Geruch lässt nach, der Brackwassergeruch wird schärfer, ist aber genüsslicher.
Das Wasser sollte er schon gesehen haben im schönen Licht des Morgens. Doch zu sehen ist nur das Holz. Das ganze schwimmende verdammte Holz. Darüber führt jetzt der kürzeste Weg zum dem derben Kahn, der immer, wie heute, dort drüben an der fast verfallenen Mole liegt.
Die Nagelschuhe zum Holz im Wasser hat er jetzt natürlich nicht, deshalb wird es gefährlich auf dem nassen Zeug. Könnte da nicht was offen sein? Fällst du da rein, bist du tot. 
Dann kommst du nicht mehr raus.

Mittwoch, 23. August 2023

Hallo Welt Gib Acht!

Wie das Leben so spielt.

1972 war ich Mitglied der Schülerruderriege bei der Rudergesellschaft Düsseldorf Benrath (RG Benrath). Wir ruderten mehrmals in der Woche auf dem Rhein. Das war damals sehr gefährlich, weil wesentlich mehr Schiffsverkehr herrschte, der Rhein sehr verschmutzt war, sowie wir durch die wechselnden Wasserstände und die starke Strömung des Flusses oft im Rollsitz nasse Füsse und nasse Hosen bekamen.
Damals hatte ich dort schon von Regatten auf dem Essener Baldeneysee gehört. Dort machte das Rudern, wie man uns Schülern erzählte, viel mehr Spaß. Das ist mir im Kopf geblieben, als sich zum wiederholten Male eine lebensgefährliche Situation auf dem Rhein ergab. Auch deshalb kündigte ich damals in Benrath meine Mitgliedschaft.

Schöner Doppelvierer

20 Jahre später, nach Studium und Familiengründung in Essen, zog ich mit meiner Familie aus der Stadtmitte nach Kupferdreh. Der Baldeneysee war einer der Gründe für diese Wahl. Sogleich meldete ich mich und meine Familie, in Erinnerung an das „Ruderparadies“, bei der Ruderabteilung des TV Kupferdreh (TVK) an.
Wie der Zufall es wollte, liegt bei meiner ersten Ausfahrt am Steg des TVK ein irgendwie bekannter Doppelvierer. Es ist nicht zu glauben! Bei näherem Hinsehen stellt sich, zu meiner freudigen Überraschung, dieses Boot als ein Boot der RG Benrath aus Düsseldorf heraus. Der Steuermann stellt sich nach kurzer Begrüssung als einer meiner alten Düsseldorfer Ruderkollegen heraus.
Welche Kontinuität, welch nahtloser Übergang trotz der dazwischenliegenden 20 Jahre.
Wie das Leben so spielt.




Freitag, 30. Juni 2023

Warum die MÖWE fliegt!

Wenn die Möwe fliegt, fliegt sie. Wenn die Möwe sitzt, sitzt sie! Das ist klar und sicher. 
Aber WARUM fliegt die Möwe, wohin und wozu? Sitzt sie rum, um sich zu informieren? Oder zu lauern? Um sich ein Mettbrötchen zu holen? Oder Kuchen, Pommes? Fragen kann man sie nicht. Macht die Möwe sich ÜBERHAUPT Gedanken? Lebt sie nur so in den Tag hinein? Ist die Möwe glücklich und zufrieden?
Pommes und Eis gehört ja nicht gerade zu der artgerechten Ernährung der Möwe, oder? Bestimmt wird die Möwe auf Dauer krank, wenn die so weiter macht. Es sei denn, die Möwe ist Raubvogel, der ständig auf Jagd ist, der alles frisst und immer alles frisst, was ihm vor den Schnabel kommt.

Möwe fliegt!

In Bruchteilen von Sekunden, ohne das du es kommen siehst, ohne das du irgendetwas bemerkst, sssssst, ist dein Fischbrötchen weg. Der Schreck kommt später. Zuerst ist es unbegreiflich.

Montag, 5. Dezember 2022

Ruhrbahn Essen hat Angst vor Radfahrern

Hallo Welt Gib Acht

Oder warum wollen die Radfahrer vernichten? 
Frag ich mich immer mal wieder. 


Heute auf der Kupferdreher Geschäftsstraße von Linienbus verfolgt und angehupt worden. Ich in der Mitte der Fahrspur, wobei es eigentlich nur eine gibt, wegen der parkenden Autos. Aus denen steigt ständig einer aus, oder rangiert rum. Der Bus kurz hinter mir, da wird mir schon komisch. Gleich will ich links abbiegen, kann das aber noch nicht signalisieren, weil erst links ein Parkplatz kommt. 

Radfahrer absteigen!
Da überholt der mich!!!
Ich mit Tempo 25 km/h, der mit 50 km/h. 
In der sehr engen Geschäftsstraße! 
Voraus eine enge Kurve, da kann jederzeit einer entgegenkommen! 
Meine Fresse! 
Dann schert der natürlich ein, hat mich aber noch nicht ganz überholt und geht in die Eisen, da jetzt die Engstelle kommt, da will ich links abbiegen.

Absolut unnötiges und extrem gefährliches Manöver in einer zugeparkten Geschäftsstraße. Wenn da einer entgegen gekommen wäre!

Dienstag, 22. November 2022

Hörnum / Sylt

Hallo Welt Gib Acht

Hörnum

2017 machten wir einen Bootstrip auf der Müritz und auf der Mecklenburgischen Seenplatte.

Da wir eine Rundtour geplant hatten, mussten wir von unserem

Unser Schiff "Hörnum"

von der Basis in Rechlin am weitesten entfernten Zielhafen in Wesenberg zeitig den Rückweg antreten. Dort lagen wir zwei Nächte im sehr ruhigen neuen Hafen, der auch über einen Wohnmobil-Stellplatz verfügte.

Kurz vor dem Ablegen nach der zweiten Nacht kommt ein Womo-Fahrer aufgeregt an unseren Steg.

„Hallo, ich komme aus Norddeutschland. Ich kenne Sylt und Hörnum. Toll, dass ihr so weit herkommt, echt toll!“ sagt der.

Ich: „Wieso kommen wir denn soweit her, wie kommen sie drauf?

„Hier steht doch Hörnum, ihr kommt aus Hörnum!

Ich: Wir kommen doch nicht von Hörnum! Nee, nee, das Boot heißt „Hörnum! Unsere Vercharterer benennt seine Boote immer nach Städten.

„Ach so ist das. Naja, aber aber ein tolles Boot habt ihr.“

„Das ist doch nicht unser Boot, das haben wir nur gemietet.“

Ich muss lachen, das ist nicht fair.

Ganz enttäuscht zieht der Mann von dannen. Ich hatte schlecht reagiert.

Alles anders als es aussieht!

Gern hätte ich noch sein Wohnmobil bewundert.

Darauf kam ich erst Minuten später.

- Aber das hatte der bestimmt auch nur gemietet.

Dienstag, 8. November 2022

Radfahren wird in Essen durch Essener verhindert!


Radfahren wird in Essen verhindert!
Aber seit Jahren will man es fördern!?

Symbolbild

mehrwöchige Sperrung. Die Radspur links wurde dann auch gesperrt!


Montag, 26. September 2022

Hallo Welt Gib Acht

Beim Friseur

Eines Tages sitze ich beim Friseur, als ein uralter, wirklich uralter alter Herr im Rollstuhl hereingeführt wird. Offenbar hat der einen Termin, kommt deshalb direkt dran, obwohl noch einige Leute warten. Man hebt den Mann in den Friseurstuhl, legt ihm die Halsmanschette an. Der alte Herr, mit Begleiter oder Betreuer, verhält sich auffällig witzig und selbstironisch, irgendwie aufgedreht.

Alles sehe ich natürlich nur über den Spiegel!



Da fragt die junge Friseuse, die ihm nun die sehr wenigen noch vorhandenen dünnen Haare schneiden soll, den Herrn ziemlich laut:

„Wie wollen sie die Haare denn haben, der Herr?“

„Ja SO, wie John Travolta!“

Der ganze Laden prustete los vor Lachen, ein Gejohle folgte. Fast wäre ich auch aus dem Friseursessel gefallen!

Auch der Alte konnte sich von seinem eigenen Witz und der Reaktion aller Kunden kaum erholen.

Volltreffer auf die Lachmuskeln!


Im Nachhinein muss ich bemerken, dass das Verhalten der Beteiligten offensichtlich einstudiert war.

Die zelebrieren dieses Ritual bei jedem Friseurbesuch zur Belustigung aller Anwesenden und zur Freude des alten Herrn.


Donnerstag, 1. September 2022

Wie ich einmal Gorbatschow traf!

Hallo Welt Gib Acht

Ein Nachruf

Mit seinem Tod hat er mich wieder an sein Leben und Wirken erinnert. 
Sehr alt ist er ja geworden, schön! Michail Sergejewitsch Gorbatschow.
Wir gedenken seiner Person und danken für das, was er bewirkt hat.

Von RIA Novosti archive, image #850809 / Vladimir Vyatkin / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18955999
...und so richtig vergessen war er ja nie, ab und zu, in letzter Zeit zwar weniger, doch hat er sich oftmals zu Wort gemeldet. Zudem wurden ihm wichtigste Preise und Ehrungen verliehen in aller Welt.

Sehr bekannt ist das Bild des Bruderkusses mit Erich Honecker. 
Oft gemalt und kopiert an der Mauer und zahlreicher Häuserfassaden. 
Ein Judaskuss? Führte der doch zur Diskreditierung der ganzen DDR!
"Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" hat Gorbatschow damals angeblich verlauten lassen.

Ronald Reagan, den ich ungern zitiere, rief am 12.Juni 1987 am Brandenburger Tor aus:
"Mr. Gorbachev, open this gate, Mr. Gorbachev, tear down this wall!"

Er, Gorbatschow, hat das dann wirklich getan! Unglaublich, aber wirklich wahr!!

Dafür bin ich sehr dankbar gewesen, damals und noch heute.

Mit meiner Frau Lisa und meinen Kindern, ich hatte mir extra frei genommen, bin ich anlässlich der Deutschlandbesuches im Juni 1989 nach Düsseldorf gefahren, um dem russischen Präsidenten mit unserer persönlicher Anwesenheit zu ehren und mich persönlich zu bedanken.
Es wurde bekannt, dass Gorbatschow mit seiner Frau Raissa in D-Garath aus dem Zug von Bonn steigt und mit dem Auto weiter zum Schloss Benrath fährt. Also fuhren wir nach Garath, dass ich gut kannte. Dort angekommen, fanden wir den S-Bahnhof weiträumig abgesperrt. An der Absperrung nur ca.10 Leute. 

Dann kam der ICE sehr langsam, von Hubschraubern knatternd begleitet, auf dem hohen Bahndamm in Sicht.

Wenn man dort aussteigt, muss man eine Treppe herunter und erreicht den Tunnel unter den Gleisen. Dort kann man dann, als Staatsgast, fast ungesehen, in die Staatskarosse einsteigen.

Aber alles kam anders:

Wir standen an der Absperrung, fast 100m entfernt, ich mit Tochter auf der Schulter, Lisa mit den Töchtern neben mir, als Gorbatschow mit seiner Gattin Raissa in den Wagen steigen sollte. 
Mit den anderen Leuten riefen wir laut: Gorbi, Gorbi, Gorbi!

Da geschah das unglaubliche: 

Der Herr Gorbatschow sieht uns, nimmt seine Frau Raissa an die Hand, sie gehen beide langsam schreitend, es ist ziemlich weit, lächeln aufmunternd und erfreut auf uns zu.
Die Sicherungsleute kamen gar nicht mehr nach.
Nur wenige Meter vor der Absperrung bleiben Herr Gorbatschow und seine Gattin stehen und verneigen sich sehr würdevoll vor uns wenigen Leuten

Mir blieb die Luft weg und mir kamen die Tränen. 
Alle klatschten heftigen Applaus.

Diese noble Geste hat mich ebenso beeindruckt wie seine politische Einstellung und Handlungsweise. Das ganze Gegenteil von dem Menschen, der heute die Macht hat.

Den Angehörigen und allen Trauernden gilt unser Mitgefühl!


Bild: Von RIA Novosti archive, image #850809 / Vladimir Vyatkin / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18955999


Mittwoch, 31. August 2022

Segler auf Gegenkurs

Hallo Welt Gib Acht

Segler auf Gegenkurs

Jetzt kann Rufen und Winken wahrgenommen werden. Wahrschau! Seitlich kommt der Segler auf. Piet und Gerrit sind in dessen Kreuz getrieben und werden immer genauer wahrgenommen. Sie erkennen sich jetzt. Scheinbar ist man an Deck des Seglers aufmerksam und manövriert so, dass man eng an den Kurs der Ruderer gelangen will. Was soll das?


Der Segler fällt ab, da Piet und Gerrit jetzt massiv vom fast achterlichen Wind geschoben werden. Das passt schon. Aber warum fallen die jetzt ab. Wollen die was von uns?

Jetzt sieht Gerrit den Stander deutlich! Es ist der Stander der De Witts. Sie haben die Brigg in Windrichtung bereits passiert.

Die Brigg fällt ab, der Befehl zum aufbrassen ist jetzt zu hören. Das Schiff ändert seine Fahrtrichtung erheblich, was machen die denn die ganze Zeit. Im Boot wird es unruhig durch das Hin- und Herschauen und das verziehen der Pinne. Zumal sie jetzt Rufe von dort deutlicher wahrnehmen können.

Das Schiff gewinnt jetzt in Windrichtung einen größeren Abstand zu den Ruderern, die immer noch auf Bergung hoffen. Noch weit bis Amsterdam, aber sonst ist am Ufer nur Leere und Schilf.

Es ist seemännisch selbstverständlich, in Not befindlichen Seeleuten zu helfen. Doch der Kahn aus Zaandam sieht nicht aus, als wäre es in Not. Allerdings ist hier ein Kahn im fast offenen Wasser bei stärkerem Seegang ungewohnt. Weder Boot noch Insassen und Ruderer sehen aber wie ein Notfall aus. Nicht wie Seeleute! Die Ruderer machen nicht den Eindruck von Schiffbrüchigen. Von der Kleidung her sehen Gerrit und Piet nicht wie Schiffer oder Fischer aus, allerdings ist genau das wiederum ungewöhnlich. Die beiden sind gut bis fein, mit tropfendem Dreispitz gekleidet, doch verdreckt und völlig nass.

Jetzt dreht der Segler, mit lautem Manöver in den Wind und stoppt mit schwierigem Reffen auf, so gut es geht.

reffen, wenden, halsen!

rasend näher ran, Grüßend aufstoppen,

rufen dann! Bist du’s Sailor?

Stop auf Sailor, stop auf und hör mich an!


Montag, 29. August 2022

Treffen im Brackwasser

(Hallo Welt Gib Acht)

Treffen im Brackwasser

Das Pullen geht weiter, der Wind schiebt mit. Auf den jetzt aufkommenden Segler zu. Wortlos ist man sich einig, der Segler ist Ausweg oder Unterstützung oder wenigstens Unterbrechung. Ist er gerufen worden, ist er informiert? Wer soll das sein?

Verkrautetes Wasser

Sie drehen sich zu viel um. Um in die Fahrtrichtung zu sehen, um das Ziel zu erkennen, um überhaupt die Orientierung nicht zu verlieren.

Piet, der gerade pullt, fragt:“Siehst du den Stander?“

Wo?“

..in den Wanten?“

Der ist zu weit weg, der kommt nicht voran, wir sollten irgendwie auf den zuhalten!”

antwortet Gerrit.

Es dauert noch fast eine Stunde, eine Stunde pullen, bis man Einzelheiten erkennen kann. Einen Stander der de Witts. Könnte so sein. Kann aber auch nicht. Es ist eine kleine Brigg. Bestimmt kein Fischer!

Das Wetter wird jetzt schlechter. Der Westwind dreht langsam. Wolken kommen schräg von See, tiefhängende Wolken, dunkel. Aber es ist bald Mittag, es frischt auf. Auch wird es immer kälter, trotz August. Die Gesichter sind rot, die Hände schrumpelig nass. Aufgeben kann man nicht. Was für ein Mist. Der Schock vom Morgen wird durch Wind und Wetter vergessen. Die Welle und die Pinne nehmen alles in Beschlag. Ob der Kahn hält, der ist doch schon als schrottig liegen gelassen worden. Bis jetzt zieht er noch wenig Wasser, kein Grund zur Unruhe. Es scheint nicht mehr zu werden, nasse Stiefel gibt's trotzdem.

Aber lieber nasse Stiefel, als verbrannte Stiefel.


Montag, 4. Juli 2022

Chaos in Rüttenscheid!

Hallo Welt Gib Acht

In Essen-Rüttenscheid wehren sich Anwohner und Geschäftsleute gegen die Verdrängung des PKW. Es herrscht seit Monaten und Jahren ein Handlungs- bzw. NichthandlungsChaos.

Beispielbild, Rüttenscheid ist schlimmer!

Man hat hier das Konzept einer Fahrradstrasse umgesetzt, ohne Auto und LKW herauszunehmen. 
Das funktioniert nirgendwo. 
Jetzt meinen Anwohner und Geschäftsleute, sie seien nicht mehr erreichbar. Das ganze Geschäft geht kaputt! Keiner kommt mehr einkaufen. Und alles wegen der Fahrradfahrer!
Meine Meinung? Ja wo laufen die denn: Irgendwann, und das rückt immer näher, kann man von Glück sprechen wenn überhaupt noch einer kaufen kommt. ...und dann bestimmt nicht mit dem Auto!

Donnerstag, 16. Juni 2022

Hundeleute

Hallo Welt Gib Acht

So Leute, die mit freilaufendem Hund, einer geht ja noch, in der ganzen Stadt gilt Leinenzwang, ankommen, wo die genau sehen, dass die Enkelkinder im Zwillingswagen schlafen, laut dem Hund zurufen, der mich gerade anschlecken oder vielleicht anbeißen will, dann sauer ausschauen, das ich nicht 'ach wie süß' sage und sich wundern, dass ich denen nicht nett hinterher schaue!

Ach wie süüüüüüüsssss!


Montag, 6. Juni 2022

Die AmtsKirche

Hallo Welt, Gib Acht!

Seit Langem habe ich mich von der Kirche als Institution entfernt, auch von der Kirche als Seelentröster. Die Kirche spielt einfach keine Rolle mehr in meinem Alltag. Es geht hier um die evangelische Kirche! Die katholische Kirche, wegen der Ungeheuerlichkeiten der letzten Monate, spielt natürlich auch hier ganz oben mit. Immer klarer wird: 

Gold und Glanz der Kirche

Der Klerus ist der Kern und Mittelpunkt der AmtsKirche und seiner Probleme. Es geht nur um das persönliche Wohlergehen seiner Mitglieder. 
Die Wirkung der Kirche nach innen wird immer schwächer, ebenso wie die Wirkung nach außen. 
Und es gibt kein zurück! 
Nur den weiteren Abstieg in die Bedeutungslosigkeit.

Dienstag, 31. Mai 2022

Hallo Welt Gib Acht

Ein Bauer braucht neue Reifen

Eines Tages hatte ich auf Ackerland Vermessungen durchzuführen, die das geodätische Netz unserer Stadt hier wieder auf den neuesten Stand bringen sollte, zur Sicherung des Eigentums an Grund und Boden.

Bei Vermessungsarbeiten werden Zwischen- und Hilfspunkte mit Metallrohren gesichert, die in den Boden geschlagen werden. Darauf wird dann das Vermessungsgerät zentriert und horizontiert. Man kann also später an genau dem gleichen Punkt die Arbeit wieder aufnehmen. Diese Metallrohre gibt es in verschiedenen Längen. Der Durchmesser ist allerdings immer gleich: ca.15 mm.

Das ist zum Verständnis der ganzen Geschichte sehr wichtig, das ist quasi „Der Stein des Anstoßes“, der „Kern der Ganzen“. Das Vermessungsrohr also!

Während die Arbeiten voran schreiten, kommt der Bauer mit seinem Trecker, stoppt bei mir und fragt, ganz von oben herab: „Haben sie da oben“, er deutet hinter sich, „Eisenrohre in den Boden geschlagen?“

„Ja, warum fragen Sie?“

„Ich habe mir einen Reifen daran kaputt gefahren!“

Beispielbild


Oh, das tut mir leid! - Zeigen sie mir mal dieses Rohr bitte. Antworte ich, ganz erstaunt.“

Wir fahren an die Stelle. Er zeigt mir das Rohr. Es war tatsächlich ein Rohr unserer Vermessung.

Wir hatten Rohre unterschiedlicher Länge in Verwendung. Dieses Rohr war das kürzeste, 15 cm in der Länge. Der Feldweg war mit ausgefahrenen Fahrspuren versehen, nicht asphaltiert. Das Rohr befand sich in der Mitte des ca. 1m breiten Ackerrains, des Wiesenstreifens zwischen der Fahrspur und dem Acker. An der oberen Kante war das Rohr beschädigt, so als hätte jemand sich jemand daran zu Schaffen gemacht.

Das kam mir sehr komisch alles vor. So, wie das hier aussah, kann man sich keinen Reifen kaputtfahren.

Am nächsten Tag erschien ich mit meinem Chef, mit Maßstab und Fotoapparat auf dem Bauernhof. Schon hier war der Bauer sichtbar nervös und unhöflich.

An dem riesigen Rad von 1,80m an einem riesigen Schlepper zeigt er uns in Augenhöhe, einen nicht besonders tiefen oberflächigen Riss von ca. 10cm Länge. Wie hat er den, bei einer unübersehbaren Menge von ähnlichen Rissen, jetzt so schnell gefunden. Die Reifen sind zu 80 – 90% verschlissen! Die ganze Oberfläche beider Vorderreifen ist voller Beschädigungen.

Wir kennzeichnen den angezeigten Riss mit gelber Kreide und machen Fotos davon. Der Bauer ist irritiert.

Wir haben den Eindruck, der will sich auf Kosten unserer Behörde neue Vorderreifen verschaffen. Bei so einem riesigen Reifen, so einem riesigen Trecker, der über das dagegen winzige Rohr fährt, der merkt von dem Rohr gar nix. Dieses kleine Röhrchen beschädigt auch keinen so riesigen Reifen. Das ist einfache Physik. Der hat auf die Vermessung, zu der ich mich angemeldet hatte, nur gewartet, um einen Schaden zu konstruieren. 

Die Sache endete natürlich vor Gericht! War ja klar.

Was das heißt ist auch klar:

Gutachten unserer Behörde durch Fachamt, Rechtsamt, unabhängiger Gutachter. Dazu Gegengutachten von 20 Seiten der Landwirtschaftskammer und anderen Rechtsanwälten. Fristsetzungen, Rechnungen, unglaubliche Fake-Fotos vom „Tatort“.

Dazu Bedrohungen und Angriffe durch den Bauern, (auf uns zufahrender Schlepper mit abgesenkter Gabel), bei weiteren „Tatortsbesichtigungen“ durch Behörde.

Vor Gericht dann, nach 15 minütiger Verhandlung, ein Vergleich. Für meine Behörde die billigste Lösung. Der Bauer erhält die Hälfte seiner Forderung. Statt zwei Reifen, (Erneuerung umfasst immer zwei Reifen), wird nur ein Reifen ersetzt.

Aber immerhin: Einen Reifen, der mehrere Tausend Mark kostet!

Das hat mich als junger Beamter vom Stuhl gehauen, mein Vertrauen in das Recht schwer erschüttert.

Im Laufe meines Berufslebens habe ich leider davon so einige weitere Fälle miterleben dürfen. 

Was für beschissene Leute es gibt.

Auf dem Gang, nach Ende der Verhandlung: Der Bauer mit seinem Anwalt, uns angrinsend, eine gute Zigarre zwischen den Zähnen. Haha!


Coole Posts

Sonnenuntergang Sylt Promenade

Sylt, Promenade vor dem Neuen Kurzentrum im Juli 2025, 23:00 Uhr Immer wieder supertoll!