Blog seit 2007 - Leben, Segeln, Radfahren, Music and FUN im Ruhrpott, Kartographie und Technik im Fokus. Beiträge in unregelmäßigen Abständen aber so oft wie nötig und so oft wie möglich!!! (Mit dem Klick auf die Werbung erhalte ich eine (geringe)Vergütung)
Montag, 5. Dezember 2022
Ruhrbahn Essen hat Angst vor Radfahrern
Dienstag, 22. November 2022
Hörnum / Sylt
Hörnum
2017 machten wir einen Bootstrip auf der Müritz und auf der Mecklenburgischen Seenplatte.
Da wir eine Rundtour geplant hatten, mussten wir von unserem
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| Unser Schiff "Hörnum" |
von der Basis in Rechlin am weitesten entfernten Zielhafen in Wesenberg zeitig den Rückweg antreten. Dort lagen wir zwei Nächte im sehr ruhigen neuen Hafen, der auch über einen Wohnmobil-Stellplatz verfügte.
Kurz vor dem Ablegen nach der zweiten Nacht kommt ein Womo-Fahrer aufgeregt an unseren Steg.
„Hallo, ich komme aus Norddeutschland. Ich kenne Sylt und Hörnum. Toll, dass ihr so weit herkommt, echt toll!“ sagt der.
Ich: „Wieso kommen wir denn soweit her, wie kommen sie drauf?
„Hier steht doch Hörnum, ihr kommt aus Hörnum!
Ich: Wir kommen doch nicht von Hörnum! Nee, nee, das Boot heißt „Hörnum! Unsere Vercharterer benennt seine Boote immer nach Städten.
„Ach so ist das. Naja, aber aber ein tolles Boot habt ihr.“
„Das ist doch nicht unser Boot, das haben wir nur gemietet.“
Ich muss lachen, das ist nicht fair.
Ganz enttäuscht zieht der Mann von dannen. Ich hatte schlecht reagiert.
Alles anders als es aussieht!
Gern hätte ich noch sein Wohnmobil bewundert.
Darauf kam ich erst Minuten später.
- Aber das hatte der bestimmt auch nur gemietet.
Dienstag, 8. November 2022
Radfahren wird in Essen durch Essener verhindert!
Samstag, 8. Oktober 2022
Montag, 26. September 2022
Beim Friseur
Eines Tages sitze ich beim Friseur, als ein uralter, wirklich uralter alter Herr im Rollstuhl hereingeführt wird. Offenbar hat der einen Termin, kommt deshalb direkt dran, obwohl noch einige Leute warten. Man hebt den Mann in den Friseurstuhl, legt ihm die Halsmanschette an. Der alte Herr, mit Begleiter oder Betreuer, verhält sich auffällig witzig und selbstironisch, irgendwie aufgedreht.
„Wie wollen sie die Haare denn haben, der Herr?“
„Ja SO, wie John Travolta!“
Der ganze Laden prustete los vor Lachen, ein Gejohle folgte. Fast wäre ich auch aus dem Friseursessel gefallen!
Auch der Alte konnte sich von seinem eigenen Witz und der Reaktion aller Kunden kaum erholen.
Volltreffer auf die Lachmuskeln!
Im Nachhinein muss ich bemerken, dass das Verhalten der Beteiligten offensichtlich einstudiert war.
Die zelebrieren dieses Ritual bei jedem Friseurbesuch zur Belustigung aller Anwesenden und zur Freude des alten Herrn.
Donnerstag, 1. September 2022
Wie ich einmal Gorbatschow traf!
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| Von RIA Novosti archive, image #850809 / Vladimir Vyatkin / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18955999 |
Mittwoch, 31. August 2022
Segler auf Gegenkurs
Jetzt kann Rufen und Winken wahrgenommen werden. Wahrschau! Seitlich kommt der Segler auf. Piet und Gerrit sind in dessen Kreuz getrieben und werden immer genauer wahrgenommen. Sie erkennen sich jetzt. Scheinbar ist man an Deck des Seglers aufmerksam und manövriert so, dass man eng an den Kurs der Ruderer gelangen will. Was soll das?
Der Segler fällt ab, da Piet und Gerrit jetzt massiv vom fast achterlichen Wind geschoben werden. Das passt schon. Aber warum fallen die jetzt ab. Wollen die was von uns?
Jetzt sieht Gerrit den Stander deutlich! Es ist der Stander der De Witts. Sie haben die Brigg in Windrichtung bereits passiert.
Die Brigg fällt ab, der Befehl zum aufbrassen ist jetzt zu hören. Das Schiff ändert seine Fahrtrichtung erheblich, was machen die denn die ganze Zeit. Im Boot wird es unruhig durch das Hin- und Herschauen und das verziehen der Pinne. Zumal sie jetzt Rufe von dort deutlicher wahrnehmen können.
Das Schiff gewinnt jetzt in Windrichtung einen größeren Abstand zu den Ruderern, die immer noch auf Bergung hoffen. Noch weit bis Amsterdam, aber sonst ist am Ufer nur Leere und Schilf.
Es ist seemännisch selbstverständlich, in Not befindlichen Seeleuten zu helfen. Doch der Kahn aus Zaandam sieht nicht aus, als wäre es in Not. Allerdings ist hier ein Kahn im fast offenen Wasser bei stärkerem Seegang ungewohnt. Weder Boot noch Insassen und Ruderer sehen aber wie ein Notfall aus. Nicht wie Seeleute! Die Ruderer machen nicht den Eindruck von Schiffbrüchigen. Von der Kleidung her sehen Gerrit und Piet nicht wie Schiffer oder Fischer aus, allerdings ist genau das wiederum ungewöhnlich. Die beiden sind gut bis fein, mit tropfendem Dreispitz gekleidet, doch verdreckt und völlig nass.
Jetzt dreht der Segler, mit lautem Manöver in den Wind und stoppt mit schwierigem Reffen auf, so gut es geht.
reffen, wenden, halsen!
rasend näher ran, Grüßend aufstoppen,
rufen dann! Bist du’s Sailor?
Stop auf Sailor, stop auf und hör mich an!
Montag, 29. August 2022
Treffen im Brackwasser
Treffen im Brackwasser
Das Pullen geht weiter, der Wind schiebt mit. Auf den jetzt aufkommenden Segler zu. Wortlos ist man sich einig, der Segler ist Ausweg oder Unterstützung oder wenigstens Unterbrechung. Ist er gerufen worden, ist er informiert? Wer soll das sein?
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| Verkrautetes Wasser |
Sie drehen sich zu viel um. Um in die Fahrtrichtung zu sehen, um das Ziel zu erkennen, um überhaupt die Orientierung nicht zu verlieren.
Piet, der gerade pullt, fragt:“Siehst du den Stander?“
„Wo?“
..in den Wanten?“
„Der ist zu weit weg, der kommt nicht voran, wir sollten irgendwie auf den zuhalten!”
antwortet Gerrit.
Es dauert noch fast eine Stunde, eine Stunde pullen, bis man Einzelheiten erkennen kann. Einen Stander der de Witts. Könnte so sein. Kann aber auch nicht. Es ist eine kleine Brigg. Bestimmt kein Fischer!
Das Wetter wird jetzt schlechter. Der Westwind dreht langsam. Wolken kommen schräg von See, tiefhängende Wolken, dunkel. Aber es ist bald Mittag, es frischt auf. Auch wird es immer kälter, trotz August. Die Gesichter sind rot, die Hände schrumpelig nass. Aufgeben kann man nicht. Was für ein Mist. Der Schock vom Morgen wird durch Wind und Wetter vergessen. Die Welle und die Pinne nehmen alles in Beschlag. Ob der Kahn hält, der ist doch schon als schrottig liegen gelassen worden. Bis jetzt zieht er noch wenig Wasser, kein Grund zur Unruhe. Es scheint nicht mehr zu werden, nasse Stiefel gibt's trotzdem.
Aber lieber nasse Stiefel, als verbrannte Stiefel.
Montag, 4. Juli 2022
Chaos in Rüttenscheid!
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| Beispielbild, Rüttenscheid ist schlimmer! |
Man hat hier das Konzept einer Fahrradstrasse umgesetzt, ohne Auto und LKW herauszunehmen.
Donnerstag, 16. Juni 2022
Hundeleute
Montag, 6. Juni 2022
Die AmtsKirche
| Gold und Glanz der Kirche |
Der Klerus ist der Kern und Mittelpunkt der AmtsKirche und seiner Probleme. Es geht nur um das persönliche Wohlergehen seiner Mitglieder.
Dienstag, 31. Mai 2022
Ein Bauer braucht neue Reifen
Eines Tages hatte ich auf Ackerland Vermessungen durchzuführen, die das geodätische Netz unserer Stadt hier wieder auf den neuesten Stand bringen sollte, zur Sicherung des Eigentums an Grund und Boden.
Bei Vermessungsarbeiten werden Zwischen- und Hilfspunkte mit Metallrohren gesichert, die in den Boden geschlagen werden. Darauf wird dann das Vermessungsgerät zentriert und horizontiert. Man kann also später an genau dem gleichen Punkt die Arbeit wieder aufnehmen. Diese Metallrohre gibt es in verschiedenen Längen. Der Durchmesser ist allerdings immer gleich: ca.15 mm.
Das ist zum Verständnis der ganzen Geschichte sehr wichtig, das ist quasi „Der Stein des Anstoßes“, der „Kern der Ganzen“. Das Vermessungsrohr also!
Während die Arbeiten voran schreiten, kommt der Bauer mit seinem Trecker, stoppt bei mir und fragt, ganz von oben herab: „Haben sie da oben“, er deutet hinter sich, „Eisenrohre in den Boden geschlagen?“
„Ja, warum fragen Sie?“
„Ich habe mir einen Reifen daran kaputt gefahren!“
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| Beispielbild |
Wir fahren an die Stelle. Er zeigt mir das Rohr. Es war tatsächlich ein Rohr unserer Vermessung.
Wir hatten Rohre unterschiedlicher Länge in Verwendung. Dieses Rohr war das kürzeste, 15 cm in der Länge. Der Feldweg war mit ausgefahrenen Fahrspuren versehen, nicht asphaltiert. Das Rohr befand sich in der Mitte des ca. 1m breiten Ackerrains, des Wiesenstreifens zwischen der Fahrspur und dem Acker. An der oberen Kante war das Rohr beschädigt, so als hätte jemand sich jemand daran zu Schaffen gemacht.
Das kam mir sehr komisch alles vor. So, wie das hier aussah, kann man sich keinen Reifen kaputtfahren.
Am nächsten Tag erschien ich mit meinem Chef, mit Maßstab und Fotoapparat auf dem Bauernhof. Schon hier war der Bauer sichtbar nervös und unhöflich.
An dem riesigen Rad von 1,80m an einem riesigen Schlepper zeigt er uns in Augenhöhe, einen nicht besonders tiefen oberflächigen Riss von ca. 10cm Länge. Wie hat er den, bei einer unübersehbaren Menge von ähnlichen Rissen, jetzt so schnell gefunden. Die Reifen sind zu 80 – 90% verschlissen! Die ganze Oberfläche beider Vorderreifen ist voller Beschädigungen.
Wir kennzeichnen den angezeigten Riss mit gelber Kreide und machen Fotos davon. Der Bauer ist irritiert.
Wir haben den Eindruck, der will sich auf Kosten unserer Behörde neue Vorderreifen verschaffen. Bei so einem riesigen Reifen, so einem riesigen Trecker, der über das dagegen winzige Rohr fährt, der merkt von dem Rohr gar nix. Dieses kleine Röhrchen beschädigt auch keinen so riesigen Reifen. Das ist einfache Physik. Der hat auf die Vermessung, zu der ich mich angemeldet hatte, nur gewartet, um einen Schaden zu konstruieren.
Die Sache endete natürlich vor Gericht! War ja klar.
Was das heißt ist auch klar:
Gutachten unserer Behörde durch Fachamt, Rechtsamt, unabhängiger Gutachter. Dazu Gegengutachten von 20 Seiten der Landwirtschaftskammer und anderen Rechtsanwälten. Fristsetzungen, Rechnungen, unglaubliche Fake-Fotos vom „Tatort“.
Dazu Bedrohungen und Angriffe durch den Bauern, (auf uns zufahrender Schlepper mit abgesenkter Gabel), bei weiteren „Tatortsbesichtigungen“ durch Behörde.
Vor Gericht dann, nach 15 minütiger Verhandlung, ein Vergleich. Für meine Behörde die billigste Lösung. Der Bauer erhält die Hälfte seiner Forderung. Statt zwei Reifen, (Erneuerung umfasst immer zwei Reifen), wird nur ein Reifen ersetzt.
Aber immerhin: Einen Reifen, der mehrere Tausend Mark kostet!
Das hat mich als junger Beamter vom Stuhl gehauen, mein Vertrauen in das Recht schwer erschüttert.
Im Laufe meines Berufslebens habe ich leider davon so einige weitere Fälle miterleben dürfen.
Was für beschissene Leute es gibt.
Auf dem Gang, nach Ende der Verhandlung: Der Bauer mit seinem Anwalt, uns angrinsend, eine gute Zigarre zwischen den Zähnen. Haha!
Freitag, 13. Mai 2022
Die Menschen in den Booten
"Das sind die Menschen von den Booten, Herr! Die armen Menschen!“
Ein Schiff ist nicht nur einfach ein Schiff, nicht nur ein Rumpf und ein Rigg. Es ist ein besonderer Raum in einer besonderen Welt, dem Wasser, in dem der Mensch eigentlich nichts zu suchen hat, aus dem er aber abstammt. In diesem Zwiespalt ist der Mensch auf dem Wasser in seiner Angst, Freude und Erwartung gefangen. Das Schiff trägt die Menschen durch eine feindliche Lebenswelt in eine neue Lebenswelt! Oder in den Tod!
| Auf dem Atlantik |
Eine Insel im Feindesland, das den Menschen zu Urzeiten an Land gespuckt hat. Eine Insel zwischen Leben und Tod. Errettung oder Erlösung für immer! Transformation, Grenzübertritt.
Deshalb ist der Mensch, der sucht, immer fasziniert von Schiffen, Booten und weißen Segeln.
Mittwoch, 4. Mai 2022
Kein Schweizer Wurstsalat
Eines Tages machten wir wieder mit einer Gruppe alter Freunde Skiurlaub in einem bekannten österreichischen Skigebiet. Das machte immer sehr viel Spaß. Natürlich war die ganze Familie dabei, so wie fast immer.
Zur täglichen Mittagszeit hatten wir vom Veranstalter Gutscheine für ein Mittagessen in einer bestimmten Skihütte an der Mittelstation der Seilbahn. Dafür gab es dann ein bescheidenes Stammessen.
Die Piste war toll, das Wetter ebenfalls. Auch die Schneeverhältnisse waren super. Die Lage der Hütte war einfach einzigartig, die Aussicht für Menschen aus dem Ruhrgebiet sensationell
Es war sehr viel los da zu Mittag. Das Geschäft lief gut für die Hütte. Hunderte polterten durch die nahezu neu erbauten, gut renovierten Räumlichkeiten. An der Essensausgabe, in Selbstbedienung, gab´s eine lange Schlange von hungrigen Skifahrern.
| Schweizer Wurstsalat mit Stiegl Pils und Brötchen |
Da entdeckte ich in der Kühltheke, an der wir warteten, einen Teller „Schweizer Wurstsalat“. Schon der Anblick haute mich aus den (Ski-)Schuhen. Mir lief das Wasser im Mund zusammen. Den musste ich haben, der sah so sehr appetitanregend aus. Her damit. Und Zack, schon stand der Salat auf meinem Tablett.
An der Kasse angekommen, reichte ich meinen Gutschein an den Kassierer. Den kannte ich schon von vorherigen Urlauben und Besuchen in dieser Hütte. Der Kassierer war der Besitzer der Hütte, ein sichtbar irgendwie frustrierter sauertöpfischer alter Mensch, der vom Leben gezeichnet und scheinbar sehr unzufrieden war.
„Das geht net, sie bekommen dafür nur das Stammessen!“
„Kein Problem, ich zahle gerne den Mehrpreis, der Salat sieht so toll aus“. Der Mann hatte natürlich Recht! Aber man konnte ja freundlich und kundenfreundlich sein.
„Na Na, des geht nit“.
„Hören Sie, der Wurstsalat ist mein Lieblingsessen und ihrer sieht so toll aus“. Ich steh total auf Wurstsalat. Ist der Gast hier nicht König?“
„Nein, nein“, beharrt er sehr kribizig und reißt mir den Wurstsalat vom Tablett. gehts noch! Da war ich platt und erstaunt.
Ich weis nicht mehr, ob ich dann das Stammessen geholt habe, ob mir jemand anderer aus der Gruppe das Essen geholt hat, oder den Wurstsalat.
Dem Typ wollte ich jedenfalls nicht mehr gegenübertreten. So was von personifizierter Unfreundlichkeit war mir selten begegnet und deshalb unangenehm.
„Der tolle Schweizer Wurstsalat Oh Mann!“
- Später, auf dem Weg zum Klo, waren Bilder, Fotos ausgestellt, die den Rohbau der Hütte vor Jahrzehnten zeigten. Dort erkannte ich diesen unfreundlichen Wirt als jungen Mann, der offensichtlich sehr stolz und glücklich diese Hütte mit viel harter und gefährlicher Arbeit begründet hatte, und froh und freundlich lächelnd, erwartungsvoll in die Kamera schaute.
Das rührte mich an.
Ich sah den Menschen plötzlich mit anderen Augen! Inmitten seiner ganzen persönlichen Geschichte.
Meine Wut wegen des Wurstsalats war augenblicklich verraucht.
Montag, 2. Mai 2022
Als Kriegsdienstverweigerer steht man jetzt wieder blöd da!
Dame am Boden
Wenn man so regelmäßig zur gleichen Zeit fährt, sind immer die gleichen Leute im Bus wie jeden Tag. Die kennt man dann, zumindest vom sehen.
Dann, kurz vor einer Kreuzung, macht der Busfahrer im Schreck aus vollem Tempo, einen Tritt auf das Bremspedal.
Ein alter VW als Linksabbieger hat dem Bus die Vorfahrt genommen. Konnte ich gut sehen von meinem Sitzplatz. Die Bremsung war ein kurzer Schreck des Fahrers, der Bus fährt, ohne zum Halten gekommen zu sein, weiter in die Haltestellenbucht, kurz hinter der Kreuzung, und stoppt dort.
Was die Sache erwähnenswert macht kommt jetzt!
| Im Bus |
Mitbekommen hatte ich eigentlich nur das, was vorne geschah.
Das, was hinten passierte, wurde ich erst gewahr, als der Bus nicht weiterfuhr.
Im Drehbereich des Gelenkbusses lag eine Dame am Boden. Der Busfahrer verließ den Fahrerbereich, ging nach hinten durch.
Als ausgebildeter Ersthelfer entschloss ich mich, mal nachzusehen, ob ich tätig werden musste.
Der Fahrer kümmerte sich jetzt über Funk um Hilfe.
Ich beugte mich herunter zu der Dame, fragte nach dem Befinden, ob ich ihr aufhelfen solle.
„Nein, Nein, der Rücken, ich kann nicht hoch!“
Unmittelbar neben uns steht ein weiterer Fahrgast, mit feinem gebügeltem Trenchcoat und lederner Aktentasche und hält sich an einer der Haltestangen fest.
Derweil spreche ich der am Boden liegenden Dame Mut und Trost zu, Hilfe, Notarzt ist unterwegs, knöpfe den oberen Knopf ihrer Bluse auf und halte ihr die Hand.
Den Mann an der Haltestange frage ich, ob er gesehen habe, wie die Dame gestürzt ist.
Dabei stellt sich heraus:
„Ich bin der Ehemann!“
Da fällt mir das Gesicht zusammen, bin nahezu erschrocken! In dieser Situation hatte ich vergessen, dass die beiden immer zusammen auftraten, nebeneinander saßen.
Ach, sie sind der Ehemann!
...dann können sie ja hier übernehmen, ich muss weiter zu meiner Arbeit
gehe noch zum Fahrer, um meine Zeugendaten zu hinterlassen und mache mich zu Fuß auf den nur noch kurzen Weg. Der Bus stand ja, auf den Notarzt wartend.
Danach, nach einigen Wochen ging es weiter vor Gericht.
Dort, auf dem Flur die feinen Leute, die so tun, als kennen sie mich nicht. Erst später ist mir klar, warum.
Ich war natürlich Zeuge der Verkehrsgesellschaft. Also auf der anderen Seite.
Der Anwalt der Geschädigten bezweifelt massiv meine Angaben, stellt das fast als Lügen dar. Das hat mich erschreckt, aber ich bleibe bei meiner Aussage.
Allerdings war erkennbar, dass das Gericht mir als Vermessungsingenieur bei den wichtigen Entfernungs- und Zeitangaben doch einigen Glauben schenkte, was auch daran erkennbar war, dass die Anwälte der Verkehrsgesellschaft sich zufrieden und entspannt in ihren Sitzen zurücklehnten und die Kleidung lockerten.
P.S. Die Dame hatte sich nur leicht verletzt. Den Busfahrer traf keine Schuld.
Freitag, 29. April 2022
Angst 2.0
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| Verzweifelte Suche |
Mittwoch, 2. März 2022
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Sonnenuntergang Sylt Promenade
Sylt, Promenade vor dem Neuen Kurzentrum im Juli 2025, 23:00 Uhr Immer wieder supertoll!
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Grenzen Lebenslinien Gerrit ist schon lange, war jetzt eigentlich wohlgefühlt fast schon immer hier. Dieser Grenzort hatte es ihm angetan, e...
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Unglaublich!!! Es ist unglaublich, was sich die CDU/CSU unter der Überschrift "Union, Partei" leisten. Das ist offene Feindschaf...




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