Montag, 5. Dezember 2022

Ruhrbahn Essen hat Angst vor Radfahrern

Hallo Welt Gib Acht

Oder warum wollen die Radfahrer vernichten? 
Frag ich mich immer mal wieder. 


Heute auf der Kupferdreher Geschäftsstraße von Linienbus verfolgt und angehupt worden. Ich in der Mitte der Fahrspur, wobei es eigentlich nur eine gibt, wegen der parkenden Autos. Aus denen steigt ständig einer aus, oder rangiert rum. Der Bus kurz hinter mir, da wird mir schon komisch. Gleich will ich links abbiegen, kann das aber noch nicht signalisieren, weil erst links ein Parkplatz kommt. 

Radfahrer absteigen!
Da überholt der mich!!!
Ich mit Tempo 25 km/h, der mit 50 km/h. 
In der sehr engen Geschäftsstraße! 
Voraus eine enge Kurve, da kann jederzeit einer entgegenkommen! 
Meine Fresse! 
Dann schert der natürlich ein, hat mich aber noch nicht ganz überholt und geht in die Eisen, da jetzt die Engstelle kommt, da will ich links abbiegen.

Absolut unnötiges und extrem gefährliches Manöver in einer zugeparkten Geschäftsstraße. Wenn da einer entgegen gekommen wäre!

Dienstag, 22. November 2022

Hörnum / Sylt

Hallo Welt Gib Acht

Hörnum

2017 machten wir einen Bootstrip auf der Müritz und auf der Mecklenburgischen Seenplatte.

Da wir eine Rundtour geplant hatten, mussten wir von unserem

Unser Schiff "Hörnum"

von der Basis in Rechlin am weitesten entfernten Zielhafen in Wesenberg zeitig den Rückweg antreten. Dort lagen wir zwei Nächte im sehr ruhigen neuen Hafen, der auch über einen Wohnmobil-Stellplatz verfügte.

Kurz vor dem Ablegen nach der zweiten Nacht kommt ein Womo-Fahrer aufgeregt an unseren Steg.

„Hallo, ich komme aus Norddeutschland. Ich kenne Sylt und Hörnum. Toll, dass ihr so weit herkommt, echt toll!“ sagt der.

Ich: „Wieso kommen wir denn soweit her, wie kommen sie drauf?

„Hier steht doch Hörnum, ihr kommt aus Hörnum!

Ich: Wir kommen doch nicht von Hörnum! Nee, nee, das Boot heißt „Hörnum! Unsere Vercharterer benennt seine Boote immer nach Städten.

„Ach so ist das. Naja, aber aber ein tolles Boot habt ihr.“

„Das ist doch nicht unser Boot, das haben wir nur gemietet.“

Ich muss lachen, das ist nicht fair.

Ganz enttäuscht zieht der Mann von dannen. Ich hatte schlecht reagiert.

Alles anders als es aussieht!

Gern hätte ich noch sein Wohnmobil bewundert.

Darauf kam ich erst Minuten später.

- Aber das hatte der bestimmt auch nur gemietet.

Dienstag, 8. November 2022

Radfahren wird in Essen durch Essener verhindert!


Radfahren wird in Essen verhindert!
Aber seit Jahren will man es fördern!?

Symbolbild

mehrwöchige Sperrung. Die Radspur links wurde dann auch gesperrt!


Montag, 26. September 2022

Hallo Welt Gib Acht

Beim Friseur

Eines Tages sitze ich beim Friseur, als ein uralter, wirklich uralter alter Herr im Rollstuhl hereingeführt wird. Offenbar hat der einen Termin, kommt deshalb direkt dran, obwohl noch einige Leute warten. Man hebt den Mann in den Friseurstuhl, legt ihm die Halsmanschette an. Der alte Herr, mit Begleiter oder Betreuer, verhält sich auffällig witzig und selbstironisch, irgendwie aufgedreht.

Alles sehe ich natürlich nur über den Spiegel!



Da fragt die junge Friseuse, die ihm nun die sehr wenigen noch vorhandenen dünnen Haare schneiden soll, den Herrn ziemlich laut:

„Wie wollen sie die Haare denn haben, der Herr?“

„Ja SO, wie John Travolta!“

Der ganze Laden prustete los vor Lachen, ein Gejohle folgte. Fast wäre ich auch aus dem Friseursessel gefallen!

Auch der Alte konnte sich von seinem eigenen Witz und der Reaktion aller Kunden kaum erholen.

Volltreffer auf die Lachmuskeln!


Im Nachhinein muss ich bemerken, dass das Verhalten der Beteiligten offensichtlich einstudiert war.

Die zelebrieren dieses Ritual bei jedem Friseurbesuch zur Belustigung aller Anwesenden und zur Freude des alten Herrn.


Donnerstag, 1. September 2022

Wie ich einmal Gorbatschow traf!

Hallo Welt Gib Acht

Ein Nachruf

Mit seinem Tod hat er mich wieder an sein Leben und Wirken erinnert. 
Sehr alt ist er ja geworden, schön! Michail Sergejewitsch Gorbatschow.
Wir gedenken seiner Person und danken für das, was er bewirkt hat.

Von RIA Novosti archive, image #850809 / Vladimir Vyatkin / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18955999
...und so richtig vergessen war er ja nie, ab und zu, in letzter Zeit zwar weniger, doch hat er sich oftmals zu Wort gemeldet. Zudem wurden ihm wichtigste Preise und Ehrungen verliehen in aller Welt.

Sehr bekannt ist das Bild des Bruderkusses mit Erich Honecker. 
Oft gemalt und kopiert an der Mauer und zahlreicher Häuserfassaden. 
Ein Judaskuss? Führte der doch zur Diskreditierung der ganzen DDR!
"Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" hat Gorbatschow damals angeblich verlauten lassen.

Ronald Reagan, den ich ungern zitiere, rief am 12.Juni 1987 am Brandenburger Tor aus:
"Mr. Gorbachev, open this gate, Mr. Gorbachev, tear down this wall!"

Er, Gorbatschow, hat das dann wirklich getan! Unglaublich, aber wirklich wahr!!

Dafür bin ich sehr dankbar gewesen, damals und noch heute.

Mit meiner Frau Lisa und meinen Kindern, ich hatte mir extra frei genommen, bin ich anlässlich der Deutschlandbesuches im Juni 1989 nach Düsseldorf gefahren, um dem russischen Präsidenten mit unserer persönlicher Anwesenheit zu ehren und mich persönlich zu bedanken.
Es wurde bekannt, dass Gorbatschow mit seiner Frau Raissa in D-Garath aus dem Zug von Bonn steigt und mit dem Auto weiter zum Schloss Benrath fährt. Also fuhren wir nach Garath, dass ich gut kannte. Dort angekommen, fanden wir den S-Bahnhof weiträumig abgesperrt. An der Absperrung nur ca.10 Leute. 

Dann kam der ICE sehr langsam, von Hubschraubern knatternd begleitet, auf dem hohen Bahndamm in Sicht.

Wenn man dort aussteigt, muss man eine Treppe herunter und erreicht den Tunnel unter den Gleisen. Dort kann man dann, als Staatsgast, fast ungesehen, in die Staatskarosse einsteigen.

Aber alles kam anders:

Wir standen an der Absperrung, fast 100m entfernt, ich mit Tochter auf der Schulter, Lisa mit den Töchtern neben mir, als Gorbatschow mit seiner Gattin Raissa in den Wagen steigen sollte. 
Mit den anderen Leuten riefen wir laut: Gorbi, Gorbi, Gorbi!

Da geschah das unglaubliche: 

Der Herr Gorbatschow sieht uns, nimmt seine Frau Raissa an die Hand, sie gehen beide langsam schreitend, es ist ziemlich weit, lächeln aufmunternd und erfreut auf uns zu.
Die Sicherungsleute kamen gar nicht mehr nach.
Nur wenige Meter vor der Absperrung bleiben Herr Gorbatschow und seine Gattin stehen und verneigen sich sehr würdevoll vor uns wenigen Leuten

Mir blieb die Luft weg und mir kamen die Tränen. 
Alle klatschten heftigen Applaus.

Diese noble Geste hat mich ebenso beeindruckt wie seine politische Einstellung und Handlungsweise. Das ganze Gegenteil von dem Menschen, der heute die Macht hat.

Den Angehörigen und allen Trauernden gilt unser Mitgefühl!


Bild: Von RIA Novosti archive, image #850809 / Vladimir Vyatkin / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18955999


Mittwoch, 31. August 2022

Segler auf Gegenkurs

Hallo Welt Gib Acht

Segler auf Gegenkurs

Jetzt kann Rufen und Winken wahrgenommen werden. Wahrschau! Seitlich kommt der Segler auf. Piet und Gerrit sind in dessen Kreuz getrieben und werden immer genauer wahrgenommen. Sie erkennen sich jetzt. Scheinbar ist man an Deck des Seglers aufmerksam und manövriert so, dass man eng an den Kurs der Ruderer gelangen will. Was soll das?


Der Segler fällt ab, da Piet und Gerrit jetzt massiv vom fast achterlichen Wind geschoben werden. Das passt schon. Aber warum fallen die jetzt ab. Wollen die was von uns?

Jetzt sieht Gerrit den Stander deutlich! Es ist der Stander der De Witts. Sie haben die Brigg in Windrichtung bereits passiert.

Die Brigg fällt ab, der Befehl zum aufbrassen ist jetzt zu hören. Das Schiff ändert seine Fahrtrichtung erheblich, was machen die denn die ganze Zeit. Im Boot wird es unruhig durch das Hin- und Herschauen und das verziehen der Pinne. Zumal sie jetzt Rufe von dort deutlicher wahrnehmen können.

Das Schiff gewinnt jetzt in Windrichtung einen größeren Abstand zu den Ruderern, die immer noch auf Bergung hoffen. Noch weit bis Amsterdam, aber sonst ist am Ufer nur Leere und Schilf.

Es ist seemännisch selbstverständlich, in Not befindlichen Seeleuten zu helfen. Doch der Kahn aus Zaandam sieht nicht aus, als wäre es in Not. Allerdings ist hier ein Kahn im fast offenen Wasser bei stärkerem Seegang ungewohnt. Weder Boot noch Insassen und Ruderer sehen aber wie ein Notfall aus. Nicht wie Seeleute! Die Ruderer machen nicht den Eindruck von Schiffbrüchigen. Von der Kleidung her sehen Gerrit und Piet nicht wie Schiffer oder Fischer aus, allerdings ist genau das wiederum ungewöhnlich. Die beiden sind gut bis fein, mit tropfendem Dreispitz gekleidet, doch verdreckt und völlig nass.

Jetzt dreht der Segler, mit lautem Manöver in den Wind und stoppt mit schwierigem Reffen auf, so gut es geht.

reffen, wenden, halsen!

rasend näher ran, Grüßend aufstoppen,

rufen dann! Bist du’s Sailor?

Stop auf Sailor, stop auf und hör mich an!


Montag, 29. August 2022

Treffen im Brackwasser

(Hallo Welt Gib Acht)

Treffen im Brackwasser

Das Pullen geht weiter, der Wind schiebt mit. Auf den jetzt aufkommenden Segler zu. Wortlos ist man sich einig, der Segler ist Ausweg oder Unterstützung oder wenigstens Unterbrechung. Ist er gerufen worden, ist er informiert? Wer soll das sein?

Verkrautetes Wasser

Sie drehen sich zu viel um. Um in die Fahrtrichtung zu sehen, um das Ziel zu erkennen, um überhaupt die Orientierung nicht zu verlieren.

Piet, der gerade pullt, fragt:“Siehst du den Stander?“

Wo?“

..in den Wanten?“

Der ist zu weit weg, der kommt nicht voran, wir sollten irgendwie auf den zuhalten!”

antwortet Gerrit.

Es dauert noch fast eine Stunde, eine Stunde pullen, bis man Einzelheiten erkennen kann. Einen Stander der de Witts. Könnte so sein. Kann aber auch nicht. Es ist eine kleine Brigg. Bestimmt kein Fischer!

Das Wetter wird jetzt schlechter. Der Westwind dreht langsam. Wolken kommen schräg von See, tiefhängende Wolken, dunkel. Aber es ist bald Mittag, es frischt auf. Auch wird es immer kälter, trotz August. Die Gesichter sind rot, die Hände schrumpelig nass. Aufgeben kann man nicht. Was für ein Mist. Der Schock vom Morgen wird durch Wind und Wetter vergessen. Die Welle und die Pinne nehmen alles in Beschlag. Ob der Kahn hält, der ist doch schon als schrottig liegen gelassen worden. Bis jetzt zieht er noch wenig Wasser, kein Grund zur Unruhe. Es scheint nicht mehr zu werden, nasse Stiefel gibt's trotzdem.

Aber lieber nasse Stiefel, als verbrannte Stiefel.


Montag, 4. Juli 2022

Chaos in Rüttenscheid!

Hallo Welt Gib Acht

In Essen-Rüttenscheid wehren sich Anwohner und Geschäftsleute gegen die Verdrängung des PKW. Es herrscht seit Monaten und Jahren ein Handlungs- bzw. NichthandlungsChaos.

Beispielbild, Rüttenscheid ist schlimmer!

Man hat hier das Konzept einer Fahrradstrasse umgesetzt, ohne Auto und LKW herauszunehmen. 
Das funktioniert nirgendwo. 
Jetzt meinen Anwohner und Geschäftsleute, sie seien nicht mehr erreichbar. Das ganze Geschäft geht kaputt! Keiner kommt mehr einkaufen. Und alles wegen der Fahrradfahrer!
Meine Meinung? Ja wo laufen die denn: Irgendwann, und das rückt immer näher, kann man von Glück sprechen wenn überhaupt noch einer kaufen kommt. ...und dann bestimmt nicht mit dem Auto!

Donnerstag, 16. Juni 2022

Hundeleute

Hallo Welt Gib Acht

So Leute, die mit freilaufendem Hund, einer geht ja noch, in der ganzen Stadt gilt Leinenzwang, ankommen, wo die genau sehen, dass die Enkelkinder im Zwillingswagen schlafen, laut dem Hund zurufen, der mich gerade anschlecken oder vielleicht anbeißen will, dann sauer ausschauen, das ich nicht 'ach wie süß' sage und sich wundern, dass ich denen nicht nett hinterher schaue!

Ach wie süüüüüüüsssss!


Montag, 6. Juni 2022

Die AmtsKirche

Hallo Welt, Gib Acht!

Seit Langem habe ich mich von der Kirche als Institution entfernt, auch von der Kirche als Seelentröster. Die Kirche spielt einfach keine Rolle mehr in meinem Alltag. Es geht hier um die evangelische Kirche! Die katholische Kirche, wegen der Ungeheuerlichkeiten der letzten Monate, spielt natürlich auch hier ganz oben mit. Immer klarer wird: 

Gold und Glanz der Kirche

Der Klerus ist der Kern und Mittelpunkt der AmtsKirche und seiner Probleme. Es geht nur um das persönliche Wohlergehen seiner Mitglieder. 
Die Wirkung der Kirche nach innen wird immer schwächer, ebenso wie die Wirkung nach außen. 
Und es gibt kein zurück! 
Nur den weiteren Abstieg in die Bedeutungslosigkeit.

Dienstag, 31. Mai 2022

Hallo Welt Gib Acht

Ein Bauer braucht neue Reifen

Eines Tages hatte ich auf Ackerland Vermessungen durchzuführen, die das geodätische Netz unserer Stadt hier wieder auf den neuesten Stand bringen sollte, zur Sicherung des Eigentums an Grund und Boden.

Bei Vermessungsarbeiten werden Zwischen- und Hilfspunkte mit Metallrohren gesichert, die in den Boden geschlagen werden. Darauf wird dann das Vermessungsgerät zentriert und horizontiert. Man kann also später an genau dem gleichen Punkt die Arbeit wieder aufnehmen. Diese Metallrohre gibt es in verschiedenen Längen. Der Durchmesser ist allerdings immer gleich: ca.15 mm.

Das ist zum Verständnis der ganzen Geschichte sehr wichtig, das ist quasi „Der Stein des Anstoßes“, der „Kern der Ganzen“. Das Vermessungsrohr also!

Während die Arbeiten voran schreiten, kommt der Bauer mit seinem Trecker, stoppt bei mir und fragt, ganz von oben herab: „Haben sie da oben“, er deutet hinter sich, „Eisenrohre in den Boden geschlagen?“

„Ja, warum fragen Sie?“

„Ich habe mir einen Reifen daran kaputt gefahren!“

Beispielbild


Oh, das tut mir leid! - Zeigen sie mir mal dieses Rohr bitte. Antworte ich, ganz erstaunt.“

Wir fahren an die Stelle. Er zeigt mir das Rohr. Es war tatsächlich ein Rohr unserer Vermessung.

Wir hatten Rohre unterschiedlicher Länge in Verwendung. Dieses Rohr war das kürzeste, 15 cm in der Länge. Der Feldweg war mit ausgefahrenen Fahrspuren versehen, nicht asphaltiert. Das Rohr befand sich in der Mitte des ca. 1m breiten Ackerrains, des Wiesenstreifens zwischen der Fahrspur und dem Acker. An der oberen Kante war das Rohr beschädigt, so als hätte jemand sich jemand daran zu Schaffen gemacht.

Das kam mir sehr komisch alles vor. So, wie das hier aussah, kann man sich keinen Reifen kaputtfahren.

Am nächsten Tag erschien ich mit meinem Chef, mit Maßstab und Fotoapparat auf dem Bauernhof. Schon hier war der Bauer sichtbar nervös und unhöflich.

An dem riesigen Rad von 1,80m an einem riesigen Schlepper zeigt er uns in Augenhöhe, einen nicht besonders tiefen oberflächigen Riss von ca. 10cm Länge. Wie hat er den, bei einer unübersehbaren Menge von ähnlichen Rissen, jetzt so schnell gefunden. Die Reifen sind zu 80 – 90% verschlissen! Die ganze Oberfläche beider Vorderreifen ist voller Beschädigungen.

Wir kennzeichnen den angezeigten Riss mit gelber Kreide und machen Fotos davon. Der Bauer ist irritiert.

Wir haben den Eindruck, der will sich auf Kosten unserer Behörde neue Vorderreifen verschaffen. Bei so einem riesigen Reifen, so einem riesigen Trecker, der über das dagegen winzige Rohr fährt, der merkt von dem Rohr gar nix. Dieses kleine Röhrchen beschädigt auch keinen so riesigen Reifen. Das ist einfache Physik. Der hat auf die Vermessung, zu der ich mich angemeldet hatte, nur gewartet, um einen Schaden zu konstruieren. 

Die Sache endete natürlich vor Gericht! War ja klar.

Was das heißt ist auch klar:

Gutachten unserer Behörde durch Fachamt, Rechtsamt, unabhängiger Gutachter. Dazu Gegengutachten von 20 Seiten der Landwirtschaftskammer und anderen Rechtsanwälten. Fristsetzungen, Rechnungen, unglaubliche Fake-Fotos vom „Tatort“.

Dazu Bedrohungen und Angriffe durch den Bauern, (auf uns zufahrender Schlepper mit abgesenkter Gabel), bei weiteren „Tatortsbesichtigungen“ durch Behörde.

Vor Gericht dann, nach 15 minütiger Verhandlung, ein Vergleich. Für meine Behörde die billigste Lösung. Der Bauer erhält die Hälfte seiner Forderung. Statt zwei Reifen, (Erneuerung umfasst immer zwei Reifen), wird nur ein Reifen ersetzt.

Aber immerhin: Einen Reifen, der mehrere Tausend Mark kostet!

Das hat mich als junger Beamter vom Stuhl gehauen, mein Vertrauen in das Recht schwer erschüttert.

Im Laufe meines Berufslebens habe ich leider davon so einige weitere Fälle miterleben dürfen. 

Was für beschissene Leute es gibt.

Auf dem Gang, nach Ende der Verhandlung: Der Bauer mit seinem Anwalt, uns angrinsend, eine gute Zigarre zwischen den Zähnen. Haha!


Freitag, 13. Mai 2022

Die Menschen in den Booten

Hallo Welt, Gib Acht!

"Das sind die Menschen von den Booten, Herr! Die armen Menschen!“

Ein Schiff ist nicht nur einfach ein Schiff, nicht nur ein Rumpf und ein Rigg. Es ist ein besonderer Raum in einer besonderen Welt, dem Wasser, in dem der Mensch eigentlich nichts zu suchen hat, aus dem er aber abstammt. In diesem Zwiespalt ist der Mensch auf dem Wasser in seiner Angst, Freude und Erwartung gefangen. Das Schiff trägt die Menschen durch eine feindliche Lebenswelt in eine neue Lebenswelt! Oder in den Tod! 

Auf dem Atlantik

Eine Insel im Feindesland, das den Menschen zu Urzeiten an Land gespuckt hat. Eine Insel zwischen Leben und Tod. Errettung oder Erlösung für immer! Transformation, Grenzübertritt.

Deshalb ist der Mensch, der sucht, immer fasziniert von Schiffen, Booten und weißen Segeln.


Mittwoch, 4. Mai 2022

Kein Schweizer Wurstsalat

Hallo Welt Gib Acht

Eines Tages machten wir wieder mit einer Gruppe alter Freunde Skiurlaub in einem bekannten österreichischen Skigebiet. Das machte immer sehr viel Spaß. Natürlich war die ganze Familie dabei, so wie fast immer.

Zur täglichen Mittagszeit hatten wir vom Veranstalter Gutscheine für ein Mittagessen in einer bestimmten Skihütte an der Mittelstation der Seilbahn. Dafür gab es dann ein bescheidenes Stammessen.

Die Piste war toll, das Wetter ebenfalls. Auch die Schneeverhältnisse waren super. Die Lage der Hütte war einfach einzigartig, die Aussicht für Menschen aus dem Ruhrgebiet sensationell

Es war sehr viel los da zu Mittag. Das Geschäft lief gut für die Hütte. Hunderte polterten durch die nahezu neu erbauten, gut renovierten Räumlichkeiten. An der Essensausgabe, in Selbstbedienung, gab´s eine lange Schlange von hungrigen Skifahrern.

Schweizer Wurstsalat
Schweizer Wurstsalat mit Stiegl Pils und Brötchen

Da entdeckte ich in der Kühltheke, an der wir warteten, einen Teller „Schweizer Wurstsalat“. Schon der Anblick haute mich aus den (Ski-)Schuhen. Mir lief das Wasser im Mund zusammen. Den musste ich haben, der sah so sehr appetitanregend aus. Her damit. Und Zack, schon stand der Salat auf meinem Tablett.

An der Kasse angekommen, reichte ich meinen Gutschein an den Kassierer. Den kannte ich schon von vorherigen Urlauben und Besuchen in dieser Hütte. Der Kassierer war der Besitzer der Hütte, ein sichtbar irgendwie frustrierter sauertöpfischer alter Mensch, der vom Leben gezeichnet und scheinbar sehr unzufrieden war.

Das geht net, sie bekommen dafür nur das Stammessen!“

Kein Problem, ich zahle gerne den Mehrpreis, der Salat sieht so toll aus“. Der Mann hatte natürlich Recht! Aber man konnte ja freundlich und kundenfreundlich sein.

Na Na, des geht nit“.

Hören Sie, der Wurstsalat ist mein Lieblingsessen und ihrer sieht so toll aus“. Ich steh total auf Wurstsalat. Ist der Gast hier nicht König?“

Nein, nein“, beharrt er sehr kribizig und reißt mir den Wurstsalat vom Tablett. gehts noch! Da war ich platt und erstaunt.

Ich weis nicht mehr, ob ich dann das Stammessen geholt habe, ob mir jemand anderer aus der Gruppe das Essen geholt hat, oder den Wurstsalat.

Dem Typ wollte ich jedenfalls nicht mehr gegenübertreten. So was von personifizierter Unfreundlichkeit war mir selten begegnet und deshalb unangenehm.

Der tolle Schweizer Wurstsalat Oh Mann!“

- Später, auf dem Weg zum Klo, waren Bilder, Fotos ausgestellt, die den Rohbau der Hütte vor Jahrzehnten zeigten. Dort erkannte ich diesen unfreundlichen Wirt als jungen Mann, der offensichtlich sehr stolz und glücklich diese Hütte mit viel harter und gefährlicher Arbeit begründet hatte, und froh und freundlich lächelnd, erwartungsvoll in die Kamera schaute.

Das rührte mich an.

Ich sah den Menschen plötzlich mit anderen Augen! Inmitten seiner ganzen persönlichen Geschichte.

Meine Wut wegen des Wurstsalats war augenblicklich verraucht.


Montag, 2. Mai 2022

Als Kriegsdienstverweigerer steht man jetzt wieder blöd da!

Hallo Welt, Gib Acht!


Man hat immer eine Einstellung zum Leben, zu bestimmten Aspekten des Lebens. Als Sohn eines Kriegsteilnehmers kannte ich jede Menge grausiger und völlig irrer Berichte aus dem Krieg sowohl von der Front wie aus der Etappe.
 
Meine Großeltern väterlicherseits hatten, wie die anderen Verwandten in Westpreußen, allen Besitz und auch die Heimat verloren. Der jüngere Bruder meines Vaters verlor in Kriegsgefangenschaft mit 23 Jahren sein Leben, er ist noch 1946  verhungert.
Der Großvater mütterlicherseits dagegen, hatte als hoher Offizier in den USA eine nahezu luxuriöse "Gefangenschaft".

Rakete?

Mit 17, noch vor der Musterung, habe ich daraus nur einen vernünftigen Schluss ziehen können: Kriegsdienstverweigerung.

Das wurde damals sogar von meinen Lehrern als Verzweiflungstat eines Weichlings verurteilt, obwohl das Anerkennungsverfahren 1971 noch, im Gegensatz zu Heute, einiges an Mut und Klarer Begründung erforderte.

In der Nachbarschaft meldetet man sich trotz Allem freiwillig schon wieder zum Militär.

Mit einem späteren Brigadegeneral der BW, der nach dem Abi direkt zur Bundeswehr ging, Einzelkämpferausbildungen absolvierte und studierte, führte ich durch Vermittlung unserer Mütter ausführliche sonntägliche Diskussionen. (wobei es so manchen Schnaps gab!).

Argumente von: "Nichts aus der Geschichte gelernt" bis: "Man muss sich wehren können!"
Christlich lässt sich Beides herleiten. Blöd genug!
Ich blieb bei meiner Haltung, er bei seiner.

Aber: Befehl und Gehorsam ist der Grund des Übels!
Kein Mensch will Krieg!
Nur auf Befehl von einzelnen IRREN muss der Soldat zum Mörder werden.
Wie jetzt zu beobachten und zu betrauern.
Deshalb ist die Situation JETZT auch eine völlig andere als 1971.

Aber Kriegsdienstverweigerer und Pazifisten zu verunglimpfen, ist nicht schon deshalb angebracht und richtig. 
Es ist einfach schäbig!


Dame am Boden

Hallo Welt, Gib Acht!

Lange Jahre bin ich mit einem Bus des ÖPNV zur Arbeit gefahren.

Wenn man so regelmäßig zur gleichen Zeit fährt, sind immer die gleichen Leute im Bus wie jeden Tag. Die kennt man dann, zumindest vom sehen.

Dann, kurz vor einer Kreuzung, macht der Busfahrer im Schreck aus vollem Tempo, einen Tritt auf das Bremspedal. 

Ein alter VW als Linksabbieger hat dem Bus die Vorfahrt genommen. Konnte ich gut sehen von meinem Sitzplatz. Die Bremsung war ein kurzer Schreck des Fahrers, der Bus fährt, ohne zum Halten gekommen zu sein, weiter in die Haltestellenbucht, kurz hinter der Kreuzung, und stoppt dort.

Was die Sache erwähnenswert macht kommt jetzt!

Im Bus

Mitbekommen hatte ich eigentlich nur das, was vorne geschah.

Das, was hinten passierte, wurde ich erst gewahr, als der Bus nicht weiterfuhr.

Im Drehbereich des Gelenkbusses lag eine Dame am Boden. Der Busfahrer verließ den Fahrerbereich, ging nach hinten durch.

Als ausgebildeter Ersthelfer entschloss ich mich, mal nachzusehen, ob ich tätig werden musste.

Der Fahrer kümmerte sich jetzt über Funk um Hilfe.

Ich beugte mich herunter zu der Dame, fragte nach dem Befinden, ob ich ihr aufhelfen solle.

Nein, Nein, der Rücken, ich kann nicht hoch!“

Unmittelbar neben uns steht ein weiterer Fahrgast, mit feinem gebügeltem Trenchcoat und lederner Aktentasche und hält sich an einer der Haltestangen fest.

Derweil spreche ich der am Boden liegenden Dame Mut und Trost zu, Hilfe, Notarzt ist unterwegs, knöpfe den oberen Knopf ihrer Bluse auf und halte ihr die Hand.

Den Mann an der Haltestange frage ich, ob er gesehen habe, wie die Dame gestürzt ist.

Dabei stellt sich heraus:

Ich bin der Ehemann!“

Da fällt mir das Gesicht zusammen, bin nahezu erschrocken! In dieser Situation hatte ich vergessen, dass die beiden immer zusammen auftraten, nebeneinander saßen.

Ach, sie sind der Ehemann!

...dann können sie ja hier übernehmen, ich muss weiter zu meiner Arbeit

gehe noch zum Fahrer, um meine Zeugendaten zu hinterlassen und mache mich zu Fuß auf den nur noch kurzen Weg. Der Bus stand ja, auf den Notarzt wartend.

Danach, nach einigen Wochen ging es weiter vor Gericht.

Dort, auf dem Flur die feinen Leute, die so tun, als kennen sie mich nicht. Erst später ist mir klar, warum.

Ich war natürlich Zeuge der Verkehrsgesellschaft. Also auf der anderen Seite.

Der Anwalt der Geschädigten bezweifelt massiv meine Angaben, stellt das fast als Lügen dar. Das hat mich erschreckt, aber ich bleibe bei meiner Aussage.

Allerdings war erkennbar, dass das Gericht mir als Vermessungsingenieur bei den wichtigen Entfernungs- und Zeitangaben doch einigen Glauben schenkte, was auch daran erkennbar war, dass die Anwälte der Verkehrsgesellschaft sich zufrieden und entspannt in ihren Sitzen zurücklehnten und die Kleidung lockerten.

P.S. Die Dame hatte sich nur leicht  verletzt.                                    Den Busfahrer traf keine Schuld. 

Freitag, 29. April 2022

Angst 2.0


Die Faktenlage in allen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bereichen ist desaströs! Desaströs im Hinblick auf die Zukunft unserer Lebens und unseres Planeten.

Krieg, Pandemie, Beschädigung der Demokratie, Unzufriedenheit weiter Bevölkerungsgruppen, Kampf um die letzten fossilen Energiereserven und die Auswirkungen des ungeheuren Mobilitätswahnsinns erzeugen einen neue Art von Angst. 
Diese Angst ist anders.

Suche
Verzweifelte Suche

Diese Angst steht in krassen Gegensatz zu unserer alten Lebenssituation und sucht deshalb Kompensation in selbst verletzenden, gewalttätigen Reaktionen in Rede und Handlung, dem verzweifelten Versuch, die Macht über das eigene Wollen und Wirken und die eigene Geschichte zu behalten.
Genau das trägt dann aber zur VERSTÄRKUNG des Desasters bei.

Hallo Welt, Gib Acht

Mittwoch, 2. März 2022

Hallo Welt, gib acht!

Hallo Welt, gib acht!
(Habe ich zum Jahreswechsel geschrieben!)

Eigentlich wollte ich heute was schreiben über den "Weiten Blick"!
Das geht aber natürlich im Moment nicht!


Immer muss ich an die Ukraine denken, 
an das Verbrechen, was der Putin da gerade durchzieht.


Was heute gilt: Solidarität, Mitgefühl und die Hoffnung auf ein schnelles ENDE dieses Krieges!

Coole Posts

Sonnenuntergang Sylt Promenade

Sylt, Promenade vor dem Neuen Kurzentrum im Juli 2025, 23:00 Uhr Immer wieder supertoll!